Zurück aus der Zukunft

3×08 – Flashes Before Your Eyes

Leben Reloaded!

Leben Reloaded?

Wenn man so eine komplexe Serie, wie LOST noch einmal im Kopf Revue passieren lässt, erinnert man sich ja an so einiges. Emotionale Momente, spannende Momente, überraschende Szenen, Cliffhanger, Mindfucks usw. … das einem ganze Folgen in Erinnerung bleiben ist eher die Ausnahme. Und ein wenig wehmütig wurde ich schon, als nun „Flashes Before Your Eyes“ auf dem Rewatch-Plan stand. Ich erinner mich noch genau, wie unglaublich (Achtung spontanes Wortspiel) geflasht mich diese Folge gehabt hat. Nicht nur in ihrer Verworrenheit, sondern in ihrer radikalen Beschaffenheit. Diese Folge ist eigentlich, wie kaum eine andere Folge in dieser Staffel, geschweige denn in der gesamten Serie. Zumal es damals eine komplett neue Tür im Serienuniversum öffnete, von der wir damals nur erahnen konnten, was uns hinter ihr erwartet. Ganz zu schweigen von den großen schauspielerischen Fähigkeiten des Darstellers Henry Ian Cusick und der ordentlichen Portion an authentischer Liebe zwischen seinem Charakter Desmond und Penny Widmore. Die Macher warfen uns diese Folge vor die Füße und ließen uns damals erstmal im Dunkeln tappen, was denn da genau passiert ist. Und es dauert erst ein paar Folge, bzw. Staffeln, bis man es irgendwie halbwegs kapiert hat. Immerhin erfahren wir, was mit Desmond Hume passiert ist, nachdem er den Failsafe-Key umgedreht hat. Oder auch nicht.

Desmond, du musst vierdimensional denken!

"Desmond, du musst vierdimensional denken!"

Und natürlich müssen wir den Gesetzen des serieneigenen Universums vertrauen. Und laut diesem verursacht eine unnatürlich hohe elektromagnetische Strahlung die Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen. Na ja, immerhin besser als eine radioaktive Spinne. Allerdings reist Desmond nicht komplett durch die Zeit, sondern es ist nur sein Gehirn. Ja, für Außenstehende nicht ganz nachvollziehbar. Jedenfalls erwacht Desmond vollkommen verblüfft in seiner Wohnung, bei seiner geliebten Penelope. Was zuerst wie ein stinknormaler Flashback erscheint, ist in Wirklichkeit nur zur Hälfte einer. Desmond bekommt durch diese unfreiwillige Zeitreise die Chance, sein Leben am dem Jahr 1994/95 noch einmal zu leben. Das Problem ist, dass sich sein Unterbewusstsein immer wieder an sein 2004er Leben zurückerinnert und ihm somit alles schrecklich bekannt vorkommt, obwohl er es eigentlich das erste Mal erleben müsste. So erinnert er sich an das misslungene Vorstellungsgespräch beim Obermotz Widmore, welcher immer noch versucht, Des von seiner Tochter fernzuhalten und an ein Zusammentreffen mit Charlie als Straßenmusiker. Doch was nützt ihm nun diese neue Fähigkeit und vor allem: kann er etwas ändern? Natürlich nicht. Whatever Happened, Happened. Das berichtet ihm auch Eloise Hawking, Faradays Mutter, welche wir in dieser Rolle erstmals erleben. Ich persönlich dachte damals, es handle sich wirklich, wie Desmond vermutet, um einen Streich seines Unterbewusstseins. Desmond geht sein Leben im Kopf noch einmal durch und versucht krampfhaft etwas zu ändern, um seinen traurigen Schicksal auf der Insel zu entgehen. Im Prinzip ist das ja auch so, nur dass diese Erlebnisse letztendlich einfach wirklich real passieren. Mrs. Hawking ist ja auch eine reale Person, die Desmond lediglich nur verklickern will, dass er vor der Kurskorrektur des Universums nicht davon laufen kann. Schicksale und Bestimmung lassen sich nun halt mal nicht ändern. Oder doch? Die eigentliche Lösung dafür kann nur Staffel 6 bieten. Denn Mrs. Hawking hat immer viel zu viel über das Schicksal geredet, doch letztendlich kann dies alles auch dummes Gerede gewesen sein, um die Oceanic Six zurück auf die Insel zu bringen, da sie da noch Arbeit zu erledigen hatten. Mit ihrem Sohn Daniel ist es das Gleiche. Sie wusste, dass er auf die Insel muss, um zu sterben. Das war sein unabänderliches Schicksal. Doch Daniel wollte davon nichts wissen und will nun erstmals etwas verändern. Nach dessen ironischen Tod wird Jack diese Aufgabe übernehmen, die letztendlich Juliet durch die Detonation der Bombe vollenden wird. Und deshalb steht jetzt die Frage, wer am Ende Recht hatte? Daniel oder seine Mutter? Kann man die Zukunft verändern oder muss man sich seinem „Schicksal“ ergeben. Eine der Grundfragen der Serie wird in dieser Folge ganz praktisch angegangen.

Youre gonna die, Charlie!

Du bist sowas von tot, Charlie!

Am Ende ergibt sich Desmond seinem Schicksal. Er trennt sich von Penny, weil der ein Feigling ist. Der größte Fehler seines Lebens und er macht ihn ein zweites Mal. Whats done is done! So unrühmlich es ist, aber Desmond hat sich der Kurskorrektur gefügt und seinen Pfad akzeptiert. Deshalb akzeptiert er auch Charlie’s Schicksal. Denn Charlie wird sterben! Des hat es gesehen. Bereits zwei Mal. Und er hat versucht, es zu verhindern. Ebenfalls zwei Mal. Und er wird es weiter versuchen in dieser Staffel und er wird damit hadern, aber es wird passieren. Desmond wird es akzeptieren, Charlie und der Zuschauer am Ende auch. Dies alles und viele spätere Ereignisse, wie eben der Tod Faradays deuten eben daraufhin, dass am Ende doch „Whatever Happened, Happened“ gilt. So auch bei der Bombe? Vielleicht zu eindeutig für LOST-Verhältnisse? Also können Jack und Co. doch den Lauf der Geschichte verändern? Wenn ja, dann schreit dies nach Überstunden für Mrs. Hawking und die Kurskorrektur.

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