Wünsche und Hoffnungen für die finale Staffel von LOST
Der letzte Monat vor dem Beginn einer neuen LOST-Staffel ist bezüglich Wartezeit immer der schlimmste. Die Monate davor, so nach dem Ende der letzten Staffel hat man ja meist erstmal ein wenig die Schnauze voll und sucht den Abstand. Doch dann geht’s irgendwann wieder los. Durch meinen Rewatch 2009 hatte ich aber dennoch eine recht hohe Quote zwecks LOST in meinem Privatleben. Und mittlerweile ist sie da: die Lust auf Staffel 6, wenngleich uns die Trailer und sämtliche Vorabinformationen ja relativ im Dunkeln stehen lassen. Aber das Gefühl, dass es bald wieder los geht ist schon da. Der Anfang vom Ende halt… diesmal auch wirklich.
Ja, was erwartet man nun vom Ende? Die Wehmütigkeit wird wohl erst im Laufe der sechsten Staffel eintreten, wenn man realisiert, dass die Serie und all die Figuren, welche man in den letzten Jahren so ins Herz geschlossen hat sich auf die unabwendbare Auflösung hinzubewegen. Dann wird es vermutlich recht traurig, zumal diese Staffel ohnehin laut Carlton Cuse und Damon Lindelof stark an die 1. Staffel erinnern soll. Also weniger Action, mehr Emotionen? Ein charakterbasiertes Erzählen weg von der groben Actionhandlung von Staffel 4 und 5 wäre wünschenswert. Doch wie soll dies funktionieren angesichts all der 1000 Fragen, die noch offen sind? Als sicher gilt, dass es in irgendeiner Form eine Art alternative Zeitlinie geben soll. Wieso das so ist bleibt unklar. Das die Explosion der „Jughead“ sie erzeugt scheint fast schon zu eindeutig. Und eindeutiges gibt es bei LOST ja bekanntermaßen nie. Na ja, das wars auch schon mit Spoilern. Ich weiß nicht, wie sie aussieht, wer daran beteiligt ist und welchen Zweck diese Handlung erfüllen soll. Denn flüchtig betrachtet wirkt dies eher wie ein etwas krampfhaft erzeugter Handlungsfaden für die 6. Staffel, zumal man damit beliebte Charaktere, wie Charlie, Boone oder Ana Lucia noch einmal auf den Fernsehschirm holen kann und einige spannende neue Geschichten erzählen kann. Doch inwieweit hilft eine solche Idee dem Gesamtkonzept? Vermutlich werden wir hier überrascht und diese alternative Realität gehört zum Masterplan von Jacob oder seinem düsteren Gegenüber. Das kann unglaublich nach hinten gehen, aber auch gelingen und mit Sicherheit für schöne Momente sorgen. Hier hab ich einfach mal Vertrauen zu den Machern, die mit Sicherheit nicht auf einmal ihr Handwerk verlernt haben, zumal man es sicher allen (phasenweise auch berechtigten) Kritikern und all denen, die zwischenzeitlich zwecks zuviel Zeitreisen oder mangelnden Antworten abgesprungen sind. Nicht umsonst wird überall damit geworben, dass es jetzt die Antworten geben soll, auf die alle gewartet haben… von den Nummern bis zu den Eisbären. So zieht man vielleicht noch ein paar Zuschauer, denn die Quoten waren zuletzt eher bescheiden. Präsident Obama hilft auch mit. Yes, he can!

Er weiß die Antworten vermutlich schon
Der größte Wunsch bei allen und auch bei mir, wird natürlich der nach Antworten sein. Dass ist der entscheidende Begriff dieser Staffel. Und da gibt es eine ganze Menge, das geklärt werden muss. Die Zahlen sind da nur das geringste Problem. Wir hätten da natürlich den Jacob/ Man In Black- Konflikt mit allen Auswirkungen. Warum tun sie das, was sie machen? Was ist ihr Plan? Und warum haben sie all die Superkräfte? Fantasy oder Elektromagnetismus? Und überhaupt… was ist eigentlich mit Walt? Greifen wir ihn und seine Superkräfte noch mal auf? Genauso gern hätte ich mehr Informationen über den Widmore/ Linus Konflikt. Besonders Charles Doppelleben als Chef der Others würde mich interessieren, wenngleich diese Thematik vielleicht fast schon zu speziell sein könnte. Aber da sind noch Lücken in der Biographie. Genauso wie natürlich bei Richard Alpert. Auf dessen Geschichte freuen wir uns sicher alle. Dass Alpert mit der Black Rock gekommen ist und dieses Schiff sowieso noch eine Rolle spielen wird, liegt nahe. Ob es wirklich so ist, wird sich zeigen. Immerhin gehört Richard diese Staffel zum Maincast, genauso wie Ilana, die vermutlich in ihrer Biographie auch noch mit interessanten Geschichten aufwarten kann. Immerhin scheint sie Jacob ja gut zu kennen. Und wenn man sich das Cast-Poster so anschaut, dann ist natürlich auch Claire wieder dabei. Und natürlich warten wir voller Spannung darauf, was seit jener verhängnisvollen Nacht getrieben hat, als sie Aaron zurückließ und mit Christian Shephard abgedampft ist. Und wo wir gerade bei diesem lustigen Untoten sind… würde mich nicht wundern, wenn wir in Staffel 6 endlich die Aussprache zwischen ihm und Sohnemann Jack erleben. Es wird sicher ne ganze Menge klärende Gespräche geben… davon kann man eh ausgehen. Vermutlich kommt es auch noch einmal zum großen Dialog zwischen den Hauptfiguren, Jack Shephard und John Locke. Letzterer ist ja bekanntermaßen tot und dient nun als Maskerade für Jacob’s Gegenspieler. Doch vielleicht ist da das letzte Wörtchen noch nicht gesprochen. Und wenn Locke auf dem Promofoto schon die Rolle des Messias annimmt, dann kann da ja was dran sein. Aber vielleicht ist er auch nur eine tragische Figur in einem größeren Spiel. Wir werden sehen, wie sich Locke 2.0 behaupten kann.

Einer von beiden wird am Ende Recht haben...
Und das sind ja noch nicht mal alle Fragen. Denn da sind natürlich noch unzählige kleinere Lücken und Fragen, die einem jetzt gar nicht einfallen. Fast hätt ich sogar Smokey vergessen, aber damit werden die Macher vermutlich bis zur letzten Folge warten, könnt ich mir denken. Denn das wollen alle gern wissen. Aber es ist ja nicht nur wichtig, dass wir hier eine Tonne von Antworten serviert bekommen, sondern es ist auch wichtig, wie wir sie bekommen. Dramaturgisch kann es sich die Serie nicht leisten, auf die Spannung, die sie über all die Jahre verbreitet hat zu verzichten. Sprich: wir brauchen auch in der letzten Staffel noch einen roten Handlungsfaden, der ebenfalls spannend und mysteriös ist. Egal, wie es aussieht. Denn das Rätseln während des Ansehens ist nach wie vor halt das, was LOST so sehenswert macht. Und selbst wenn die Quote der beantworteten Fragen die der aufgestellten in dieser Staffel überschreiten wird, so hoffe ich dennoch, dass es den Machern und Darstellern gelingt, spannende 18 Folgen zu schaffen, die man voller Freude und Begeisterung sieht. Und ich glaube halt, wie gesagt, nicht, dass da noch großartig etwas schief geht. Ihr könnt mich da auch als hoffnungslosen Optimisten beschimpfen, aber ich denke, dass wird ein einzigartiges Erlebnis werden und wir alle sollten diese letzten Stunden der Serie so gut genießen, wie wir können. Ich freu mich schon auf Anfang Februar, wenn das alles wieder losgeht. Die Spannung, das Rätseln, die Vorfreude auf die jeweils neue Folge und das anschließende Diskutieren mit Freunden privat oder im World Wide Web. Also bitte noch einmal mit Gefühl …
