6×01 / 6×02 – LA X
Déjà-Vu Deluxe
Manchmal kann auch in der Berechenbarkeit das Unberechenbare stecken. Nach 5 Staffeln LOST ist man ja ein wenig geschult, was Mindfucks oder überraschende Twists in der Handlung angeht. Und obwohl das fast schon legendäre letztjährige Staffelfinale sich alle Türen offen gelassen hat, kam mir bereits damals schon ein Gedanke: „Wie geil wäre das denn, wenn die 6. Staffel wirklich mit der Annahme losgeht, wir beobachten Flug 815, nur um am Ende zu merken, dass es eine neue Realität ist.“ Aber schon damals schien mir das zu offensichtlich und fast schon platt, als das man es wirklich durchziehen würde. Doch hier stehen wir nun, am Beginn der finalen Runde und die Katze ist aus dem Sack. Die alternative Realität, im Folgenden auch gern als Flashsideway bezeichnet, ist wahr geworden und gibt der Serie natürlich die entsprechende neue Richtung, die es zu jedem Staffelstart gab. Noch wirkt dies alles ein wenig Fehl am Platz, aber es sieht zum Einen extrem gut aus und ist spannend.
Not Charlies Day!
Denn die neue Realitätsebene bedient dabei viele Aspekte. Zum einen gibt es uns die Chance lieb gewonnene, aber verstorbene Charaktere wieder zu sehen. Dadurch ergeben sich gerade bei gezeigtem Flug 815 einige Gänsehautmomente, etwas wenn Boone sich mit Locke über Survivaltipps austauscht oder Jack gezwungen wird, Charlie mal wieder zu retten. Und natürlich wollen die Fans liebevolle Idioten, wie Froghurt oder the one and only Dr. Arzt wieder sehen! Ganz zu schweigen von all den versteckten Selbstzitaten, Querverweisen usw. Das ist, denke ich, auch ein kleines Geschenk an die Fans. Aber Cuse und Lindelof sind ja nicht komplett blöd. Die Flashsideways würden auf Dauer ja nur als nostalgische Sendezeitfüller wirken, wenn sie nicht eine Funktion hätten. Und die müssen sie haben, denn es wird recht schnell deutlich, dass es hier kein munteres „was-wäre-wenn“-Szenario gibt, sondern feste Unterschiede. Das sind natürlich Kleinigkeiten wie die unterschiedlichen Frisuren, aber auch größere Sachen, wie die Besetzung des Fluges.

Der Fachmann in Sachen verschiedenen Zeiten und Dimensionen
Was macht denn bitte schön Desmond an Bord? Und Shannon ist ja auch nicht mit geflogen. Doch es ist nicht nur das… auch augenscheinlich verläuft das Leben unserer Losties anders. Hurley z.B. ist ein Glückspilz, was die Frage aufwirft, mit welchen Zahlen er dann eigentlich Lotto gespielt hat. Locke hat seinen Walkabout anscheinend gemacht und Sun und Jin bürgen auch ein paar Geheimnisse mehr. Sun kann unter anderem kein Englisch, was die Vermutung hegt, dass sie Jin in dieser Zeitlinie gar nicht verlassen wollte. Ungereimtheiten machen sich breit. Jack hat eine ominöse Blutung am Hals, Charlie wollte vielleicht sterben und am Ende ist auch noch die Leiche von Christian Shephard verschwunden. Und das ist erst der Anfang. Wir werden wohl gezeigt bekommen, wie sich die Leben der Losties verändern und das wird vermutlich häufig kein guter Weg sein. Vielleicht ist dies die finale Erkenntnis, dass sie hätten nie gehen dürfen? Der Sinn erschließt sich noch nicht richtig, geschweige denn die Wurzel. Ist es wirklich die Bombe 1977 gewesen. Immerhin befindet sich die Insel augenscheinlich unter Wasser… Dharma-Dorf inklusive. Vielleicht hat dieser Event eine alternative Linie geschaffen, von der wir aber natürlich alle wissen, dass sie in der Form nicht existieren kann. Stichwort: Zerstörung des Universums. Dieses hat nämlich in diesem Fall mit der Kurskorrektur einiges zu tun. Was auch immer geschieht, es bleibt spannend.
Nicht reizen, Richard!
Auf der Insel an sich verlagert sich die Handlung wieder ins Jahr 2007, wie schon angenommen. Als direkte Folge der Bombenexplosion werden die Losties wieder in die Zukunft gebeamt. Hoffentlich sehen wir noch, was 1977 passiert ist. Untergang der Insel vielleicht? Gerettet sind sie aber nicht, denn die Explosion macht die Geschichte anscheinend nicht ungeschehen, zumindest nicht für die Beteiligten. Die Stimmung ist also denkbar schlecht. Jack ist desillusionierter als je zuvor, Sayid liegt im Sterben und Sawyer hat eine riesige Wut auf den Doc, denn sein Handeln hat letztendlich zum Tod von Juliet geführt. Selbst wenn diese noch mal ein verlängertes Gastspiel in dieser Folge gibt (welches irgendwie überflüssig ist), so steht am Ende halt fest, dass sie nun mal wirklich tot ist. Wobei das ja ein relativer Begriff auf der Insel ist. Hurley bekommt bspw. Besuch vom jüngst verstorbenen Jacob, der anscheinend noch ein paar Trümpfe in der Hinterhand hat. Und was meinte Juliet eigentlich mit der Aussage, es hätte funktioniert? Hat sie etwa, auch aufgrund ihrer Nähe zur Bombe, etwa die „andere Seite“, sprich die alternative Zeitlinie, gesehen? Das wirft noch ein paar Fragen mehr auf. Keine Fragen hingegen duldet Locke 2.0. aka Jacob’s Nemesis aka … und das ist ja mal die Antwort schlechthin in dieser Folge … Smokey! Irgendwie war es die ganze Zeit offensichtlich, aber jetzt haben wir die Gewissheit. Smokey hat die Gestalt von Locke angenommen, denn das kann er ja… die Gestalt von Toten annehmen- siehe Alex oder Mr. Eko’s Bruder. Doch Smokey ist nicht gut drauf. Jacob’s Schergen werden niedergemetzelt und Richard wird nebenbei auch K.O. gehauen. Smocke (neue Wortschöpfung meiner Seite) ist fest entschlossen, nachhause zu gehen. Wo auch immer dies liegt. Eine ziemliche Wut hat er da in all den Jahren gegenüber Jacob aufgebaut. Ist sie begründet? Kaum vorstellbar, wenn Smokey am Ende doch der Gute ist. Mit Waffengewalt kann man ihn nicht aufhalten, sondern nur mit Asche. Das haben wir ja bereits früher vermutet und anscheinend sollte Smokey in der legendären Hütte gefangen gehalten werden, deshalb auch der Kreis aus Asche. Doch der wurde anscheinend schon vor langer Zeit durchbrochen und nun kann er wild auf der Insel herumtollen, aber Jacob nicht durch eigene Hand töten. Und ein Leben als Toter scheint ihn auch nicht sonderlich zu reizen. Welche Pläne hat Smocke am Ende und was ist seine Geschichte… wir sind gespannt. Und vielleicht spielt der echte, aber halt tote Locke ja am Ende doch noch eine Rolle.

Die Others haben stets noch jemanden in der Hinterhand
Denn das mit dem Tod ist ja, wie bereits gesagt, immer relativ. Sayid lebt ja am Ende der Folge auch wieder, obwohl er zwischenzeitlich stirbt. Wieso? Ist er ein guter Ersatz für Jacob? Immerhin wollte er ja, dass Sayid zum Tempel gebracht wird. Und vielleicht lautete der Arbeitsauftrag ja auch: „Hey, tut so, als würdet ihr Sayid zum Leben erwecken, aber lasst ihn bitte bewusst sterben, damit ich mich seines Körpers“ bemächtigen kann. An sich ja recht clever, erstaunt sind am Ende dennoch alle. Sayid am meisten. Aber die ominösen Tempel-Others scheinen eh irgendwie nach eigenen Regeln zu spielen. Voran natürlich der mysteriöse Japaner Dogen inkl. persönlichem Dolmetscher. Das könnte eine interessante Figur werden. Es war ja überfällig, dass wir den Tempel zu Gesicht bekommen und die Others scheinen ja auch im Gegenteil zu den Losties, zu wissen, womit sie es hier zu tun haben. Als Hurley den Tod von Jacob verkündet, bricht nämlich ziemliche Panik aus. Sicherheitsvorkehrungen werden getroffen. Asche inklusive, versteht sich! Hier scheint er nun langsam auszubrechen: der Krieg zwischen den beiden Seiten… Schwarz vs. Weiß, Jacob vs. Nemesis. Doch wie immer fragt man sich, welche Seite die gute ist und welche die schlechte. Ich vermute, dass Smokey wirklich seine nachvollziehbaren Gründe haben wird, gegen Jacob vorzugehen. Und was hat dieser noch in der Hinterhand? Er hat sich bereitwillig abstechen lassen und sieht nicht wie der Besiegte aus. Was verbirgt sich hinter seiner Gelassenheit? Spielt die Alternative Zeitlinie hier noch eine Rolle. Es wirkt zum jetzigen Zeitpunkt sicher schwer vorstellbar, wie sich all dies in den nächsten 16 Folgen noch klären wird, aber das verspricht zumindest ein ziemlich hohes Tempo für die finale Runde, die LOST von nun an dreht. Und schon ist sie wieder da: die große, ungebremste Vorfreude auf die jeweils nächste Woche!
Verfasst von madcabbin
Weniger als zwei Wochen sind es nun nur noch, bis zur finalen Runde LOST. Und die Wartezeit scheint immer unerträglicher zu werden, zumal es immer noch kein neues Bildmaterial zu geben scheint. Zumindest bist heute… denn nun geistert ein neuer Promo-Clip von abc durch das Netz und wirkt auf den ersten Blick so, wie alle bisherigen Promos der finalen Staffel. Viel Daramatik und dazu die besten Bilder aus den ersten fünf Staffeln, inkl. aller beim Zuschauer beliebten Thematiken (Smokey, Hatch, Love Triangle usw.)… doch nichts Neues. Doch wenn man wie einige US-LOST-Nerds genauer hinschaut, dann erkennt man das Foto auf der linken Seite, welches gerade die Fanherzen, speziell auf der Spoiler-Seite Nr. 1, “Dark UFO”, höher schlagen lässt. Wir sehen eine scheinbar recht mitgenommene Claire Littleton, welche die Waffe gezückt hat. Bisher hatte sich die kleine Australierin eher gegen Schusswaffen ausgesprochen, deshalb muss das S6-Material sein. Und da gibt es sicher Stimmen, die darin die junge Eloise Hawking wiedererkennen wollen… aber ich stell mich auf die Seite der Claire-Basis und bin schon sehr gespannt. Denn gerade ihre Geschichte ist von höchstem Interesse. Die war ja mal nicht eben so für 3 Jahre Zigaretten holen und hat sicher einiges zu erzählen. Munter spekulieren kann man schon jetzt. Und selbst, wenn sie’s doch nicht ist, der folgende Trailer dürfte alles in allem die Lust noch etwas mehr steigern:


