5×13 – Some Like It Hoth
Fashionsünden der 90er?
Something about Miles. Bisher eher als zynischer Grummler bekannt, der mit den Toten sprechen kann, bekommen wir diesmal endlich einen Einblick in seine Biographie und seine Figur, die zeigt, dass hinter der zynischen Schale auch ein sensibler Kern steckt. Miles ist nämlich alles andere als begeistert von seinen Fähigkeiten, welche er als kleines Kind entdeckt. Seine Mutter kann ihm auch nicht weiterhelfen. Informationen über seinen Vater gibt sie nicht, geschweige denn über Miles’ Herkunft. Doch die benötigt er so dringend, denn natürlich reiht sich Miles nahtlos in die unzähligen LOST-Charaktere ein, die Probleme mit ihren Vätern haben. Es dauert eine ganze Weile, bis er sich damit abfindet, abstumpft und aus seiner Fähigkeit, die Toten zu hören, Kapital schlägt und sich fortan als zynischer Geisterjäger ordentlich Kohle dazu verdient. Das reicht natürlich nur vorübergehend, wie Bram feststellt. Oh ja, Bram… außerhalb der Insel scheint Miles auch von großem Interesse für die beiden Inselparteien zu sein. Widmore will ihn natürlich auf seinem Frachter haben und bietet ihm deshalb eine lächerlich hohe Summe Geld an, während Bram, den wir jetzt mal den Others um Jacob zuordnen, Miles vor Widmore warnt und ihn auf seiner Seite haben will, damit auch er bald erkennt, was im Schatten der Statue liegt. Miles entscheidet sich natürlich fürs Geld und stimmt der Reise zu. Will Charles Widmore ihn wirklich nur wegen seiner Fähigkeiten auf der Insel haben oder steckt da etwas mehr dahinter? Vielleicht auch Kurskorrektur? Daniel wird ja aus exakt diesen Gründen ebenfalls zurückgeschickt. Man weiß es nicht.
Who you gonna call?
Am Ende landet Miles auf der Insel und in den 70ern, wo er in diesen turbulenten Tagen um die Rückkehr der Oceanic Six von Horace mal eben mit einem Spezialauftrag versehen wird. Miles überführt eine Leiche von Radzinsky zu Horace und dann noch mal zu Dr. Cheng. Warum eigentlich dieser Umweg? Na ja, auch egal. Fakt ist, dass wir als findige Zuschauer sowieso längst geahnt haben, dass Miles der Sohn von Dr. Cheng ist. Lag irgendwie auf der Hand, muss ich sagen. Und das Miles seine Fähigkeiten von der mysteriösen Insel hat, ist auch nicht so verwunderlich. Doch Miles ist nicht gut auf seinen Dad zu sprechen, immerhin hat seine Frau ihn später vor deren Sohn nie gut dastehen lassen. Im Prinzip will Miles mit Daddy nix zu tun haben, wenn… Ja, wenn da nicht Hurley wär, der diese Folge nach langer Zeit mal wieder zu einem sehr witzigen, lockeren Erlebnis macht. „Whatever Happened, Happened“ war für Hurley eh nie ein Thema, weshalb er natürlich als liebenswerter Sympathiebär dafür sorgt, dass Miles und Cheng sich besser kennen lernen, was natürlich zu sehr witzigen Fahrten im Dharma-Van führt. So entdecken beide auch, dass die Ursache für den Tod der Leiche dessen eigene Füllung war, welche ihm aus den Zähnen heraus durch den Kopf geschossen ist. Und schon ahnen wir: Elektromagnetismus! Und wenn man das bei LOST sagt, muss man gleichzeitig, gerade in der Dharma-Zeit, auch „Swan Station“ sagen.
Dr. Cheng kann auch nett sein
Und so werden wir Zeuge des Baus jener verhängnisvollen Station, welche später den Absturz von Oceanic Flug 815 verursachen sollte. Ein sehr bizarrer Moment, als Hurley das Einstampfen der berühmten Zahlen auf die Hatch Tür beobachtet. Doch die Swan soll erst Thema der nächsten Folgen werden. In Dharma Ville scheinen die Tage von LaFleur und Juliet gezählt zu sein. Nachdem Klein-Ben zwecks Krankenbehandlung bei den Others gelassen wurde, gerät Juliet vor dessen wütendem Vater Roger in Erklärungsnot. Und kaum lobe ich Kate mal für einige ihrer Handlungen, macht sie schon wieder einen entscheidenden Fehler und spricht mit Roger, welcher gleich wieder verdacht schöpft. Ich dachte, Kate wäre eine gute Lügnerin? Für Sawyer wird die Luft natürlich eng. Besonders, als dessen Mitarbeiter Phil später am Abend an dessen Tür klopft und das Videoüberwachungsband in der Hand hält, welches James und Kate bei der Entführung von Ben zeigt. Damit bröckelt die Tarnung und da Sawyer auf die Schnelle keine weitere Lüge einfällt, müssen halt die Fäuste sprechen. Phil wird außer Gefecht gesetzt, doch dass macht die Sache in keinster Weise einfacher. Doch noch kurz zurück zu Miles, der seinen Arbeitstag mit Hurley beendet, welcher ihm noch ein paar nerdige Star-Wars-Tipps auf den Weg gibt. Generell ist die Idee, das Hurley während der Folge sein eigenes Drehbuch zu „Das Imperium schlägt zurück“ natürlich herzallerliebst und eine eindeutige Liebeserklärung der LOST-Macher an die Sci-Fi-Trilogie.
Der Anfang allen Schlamassels
Da wünscht man sich doch glatt, dass Hurley wirklich die Ewoks verhindert hätte. Und doch symbolisiert Hurleys Bestreben einen interessanten Aspekt, nämlich die Tatsache, dass man sich nicht mit irgendwas abfinden sollte und die Chancen nutzen sollte, welche einem das Schicksal so bringt. Und Miles hat vom Schicksal die Chance bekommen, seinen Vater besser kennen zulernen. Als er am Ende der Folge sich selbst als Baby im Arm seines liebevollen Vaters betrachtet, wird Miles erstmals emotional und lässt erkennen, dass ihm doch einiges an diesem Mann liegt. Und vielleicht lässt sich ja doch etwas ändern, denn immerhin hat er ja die Möglichkeit jetzt genau vor seiner Nase. Und damit hätten wir auch schon das bestimmende Thema für den Rest der Staffel angeschnitten. Kann man vielleicht am Ende doch etwas ändern, ungeachtet aller Kurskorrektur? Am Ende der Folge begrüßt Miles den wiedergekehrten Daniel Faraday. Und der wird uns in der nächsten Folge ausführlich versuchen, uns davon zu überzeugen.
Verfasst von madcabbin
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